Cole Tucker
Actor
Cole Tucker ist der Künstlername von Richard Allen Karp (23. Oktober 1953 – 7. Juni 2015), einem US-amerikanischen Schauspieler im Bereich der schwulen Pornofilmindustrie. Bekannt wurde er durch seine Mitwirkung als Interviewpartner in der Dokumentation SEX/LIFE IN L.A. (1999, Regie: Jochen Hick). Der Film beleuchtet das Leben und die Arbeitsrealität von Männern, die in Los Angeles Pornofilme drehen, und Tucker erscheint dort als bewusst ambivalente Persönlichkeit: charmant, reflektiert und Teil jener Szene zwischen persönlicher Sehnsucht und kommerzieller Präsenz. In SEX/LIFE IN L.A. spricht Tucker offen über AIDS, gesellschaftliche Stigmatisierung und das Spannungsfeld zwischen persönlicher Identität und sexueller Öffentlichkeit. Die Dokumentation wurde auf der Berlinale gezeigt und als ein wichtiges Zeit- und Porträtdokument der 1990er Jahre gewürdigt. Tucker verbrachte sein späteres Leben unter zunehmenden gesundheitlichen Einschränkungen und verstarb 2015 an AIDS-bedingten Komplikationen. Er engagierte sich in der Community mit offenem Umgang, u.a. partizipierte er an Pride-Events wie der „Pillage & Plunder Cruise“ 2000. Sein Beitrag zeichnet sich durch eine ruhige, reflektierte Stimme aus, die das Thema Pornografie, Identität und Krankheit mit menschlicher Tiefe verbindet.
Films on Sooner
Sex/Life in L.A.

1998
90 mins
Love & Sex, Queer
Ein Einblick in die Welt von schwulen Pornostars - hinter die Kulissen und unentdeckte Felder eines kreativen Teils gesellschaftlicher Realität.