Gregg Araki
Director
Gregg Araki zählt zu den prägenden Stimmen des US-amerikanischen Independent-Kinos und gilt als zentrale Figur des sogenannten New Queer Cinema. Mit seiner kompromisslosen Bildsprache und seinem Gespür für jugendliche Perspektiven hat er seit den 1990er-Jahren Filme geschaffen, die gesellschaftliche Tabus hinterfragen und Themen wie Sexualität, Identität und Entfremdung mit ungewöhnlicher Intensität behandeln. Ein Schlüsselwerk in seiner Karriere ist MYSTERIOUS SKIN aus dem Jahr 2004, den Araki selbst inszenierte. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Scott Heim und erzählt von zwei jungen Männern, deren Kindheitserfahrungen ihr späteres Leben prägen. MYSTERIOUS SKIN wurde weltweit auf Festivals gezeigt und von der Kritik für seine sensible Inszenierung und seine emotionale Tiefe gelobt. Bereits zuvor hatte Araki mit Werken wie „The Living End“ (1992) oder „Totally F***ed Up“ (1993) die Aufmerksamkeit der internationalen Filmszene auf sich gezogen. Diese Filme, die oft als Teil seiner „Teenage Apocalypse“-Trilogie bezeichnet werden, markieren seinen unverwechselbaren Stil zwischen Popkultur, Punkästhetik und radikalem Humanismus. Auch „Nowhere“ (1997) und „The Doom Generation“ (1995) zählen zu den bekanntesten Titeln seines Schaffens. Später festigte er seinen Ruf weiter mit Filmen wie „Kaboom“ (2010), der bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes uraufgeführt wurde und dort für die Goldene Palme im Wettbewerb um die Queer Palm nominiert war. Neben seinen Kinofilmen arbeitete Araki auch für das Fernsehen, unter anderem an Serienprojekten, die seine filmische Handschrift weitertragen. Seine Filme werden regelmäßig in Retrospektiven und auf internationalen Festivals gezeigt, was seine anhaltende Bedeutung für das queere Kino und das unabhängige Filmschaffen bestätigt.
Films on Sooner
Mysterious Skin

2004
105 mins
Drama, Queer
Ein jugendlicher Sexworker und ein junger Mann, der an Alienentführungen glaubt, entdecken zusammen eine schreckliche, aber befreiende Wahrheit.