Lothar Herzog
Director
Lothar Herzog steht für präzises Autorenkino mit klarer visueller Handschrift zwischen dokumentarischer Beobachtung und atmosphärischer Verdichtung. Der in Freiburg geborene und in Paris aufgewachsene Regisseur arbeitet konsequent mit realen Schauplätzen und konzentrierten Figurenbögen, die politische und persönliche Dimensionen verzahnen. Sein Langfilmdebüt 1986 (2019, Regie: Lothar Herzog) begleitet eine Studentin in Minsk, deren Fahrten in die kontaminierte Zone von Tschernobyl zu moralischen und existenziellen Grenzgängen werden. Die Weltpremiere fand beim Zurich Film Festival statt, es folgten u. a. Hof, Cottbus, Minsk und Slamdance; der deutsche Kinostart war im September 2021. Für 1986 erhielt Herzog bei den Internationalen Hofer Filmtagen den Hofer Goldpreis für die Beste Regie, zusätzlich wurde die Produktion bei den First Steps Awards ausgezeichnet. Herzogs Arbeitsweise verbindet schlanke Produktionsmittel mit präziser Bilddramaturgie: auf 16mm gedreht, elliptisch montiert, getragen von einer physischen Raumwahrnehmung, die Landschaft, Geschichte und Gegenwart miteinander verschränkt. Die Resonanz von Fachpresse und Kuratorinnen belegt den Stellenwert des Films im aktuellen deutschsprachigen Arthouse-Kontext; zudem dokumentiert die Fernsehauswertung auf Arte die nachhaltige Sichtbarkeit jenseits des Festivalzirkels. Insgesamt zeichnet sich ein Profil ab, das künstlerische Eigenständigkeit, internationale Festivalpräsenz und kontinuierliche Auswertung bündelt – und damit eine klare Position im Gegenwartskino markiert.
Films on Sooner
1986

2019
77 mins
Drama
Eine junge Frau begibt sich in die tödliche Schönheit der Sperrzone von Tschernobyl, um ihren Vater vor dem Gefängnis zu retten.