
SHOAH macht Zeugenschaft zum filmischen Monument – Claude Lanzmanns radikales Werk über Vernichtung, Erinnerung und das Unsichtbare der Schoa.
Synopsis
SHOAH ist ein filmisches Monument über den systematischen Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Claude Lanzmann stellt keine historische Rekonstruktion im klassischen Sinn her, sondern begegnet der Vergangenheit in den Stimmen derer, die sie erlebt, beobachtet oder mitgetragen haben. Überlebende, Täter und Zeug*innen sprechen von Orten, Abläufen und Erinnerungen, die sich jeder einfachen Darstellung entziehen.
Im Zentrum stehen Interviews, Landschaften und Orte der Vernichtung: Gleise, Lagergelände, leere Flächen, Spuren im Raum. Lanzmann verzichtet bewusst auf historisches Bildmaterial der Toten und richtet den Blick stattdessen auf das, was bleibt – auf Stimmen, Pausen, Wiederholungen und die Schwierigkeit, das Geschehene in Worte zu fassen. Gerade aus dieser Zurückhaltung entsteht eine Form von Gegenwärtigkeit, die den Film bis heute singulär macht.
SHOAH verhandelt Erinnerung nicht als abgeschlossene Vergangenheit, sondern als fortdauernde Aufgabe. Der Film fragt, wie Zeugenschaft möglich ist, wenn die Vernichtung selbst auf das Auslöschen von Menschen, Spuren und Sprache zielte. Lanzmanns Methode macht sichtbar, dass historisches Wissen nicht allein aus Daten und Dokumenten entsteht, sondern aus der präzisen, oft schmerzhaften Arbeit des Erzählens und Zuhörens.
Entstanden aus jahrelanger Recherche und Gesprächen in mehreren Ländern, wurde SHOAH zu einem zentralen Referenzpunkt der filmischen Auseinandersetzung mit den NS-Massenverbrechen. Das Werk und Lanzmanns Audio-Archiv wurden in das UNESCO-Weltdokumentenerbe Memory of the World aufgenommen. Ein Film, der keine einfache Betrachtung erlaubt, sondern konzentrierte Aufmerksamkeit fordert.
Festivals & Awards
- Regie
- Claude Lanzmann
- Laufzeit (Min.)
- Jahr
- Land
- Frankreich
- Altersfreigabe
- 16+
- Ton
- Deutsch
- Untertitel
- Deutsch


















