
WINTERDIEB erzählt von einem Jungen zwischen Armut und Überleben – ein präzises Sozialdrama über Abhängigkeit, Verantwortung und fragile Bindungen.
Synopsis
WINTERDIEB folgt dem zwölfjährigen Simon, der in einem Tal am Rand eines Luxus-Skigebiets lebt und sich mit kleinen Diebstählen über Wasser hält. Während oben die wohlhabenden Tourist:innen ihren Urlaub genießen, bewegt sich Simon zwischen den Welten – unsichtbar, geschickt und auf sich allein gestellt. Seine Beziehung zu seiner älteren Schwester Louise ist dabei ebenso eng wie brüchig.
Simons Alltag ist geprägt von Improvisation und Verantwortung, die weit über sein Alter hinausgeht. Er organisiert Nahrung, Geld und Struktur, während Louise selbst kaum Stabilität bieten kann. Zwischen den beiden entsteht ein dynamisches Geflecht aus Abhängigkeit, Fürsorge und unausgesprochenen Erwartungen. Je stärker Simons Eigenständigkeit wächst, desto deutlicher treten die Risse in ihrer Beziehung hervor.
Der Film richtet den Blick auf soziale Ungleichheit und die Mechanismen des Überlebens in einem Umfeld, das von Gegensätzen geprägt ist. Oben Konsum und Überfluss, unten Mangel und Unsicherheit – WINTERDIEB macht diese Spannung sichtbar, ohne sie zu kommentieren. Dabei interessiert sich die Inszenierung vor allem für die Perspektive des Kindes und die Frage, wie früh Verantwortung Identität formt.
WINTERDIEB wurde bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin mit dem Silbernen Bären – Spezialpreis der Jury ausgezeichnet und etablierte Ursula Meier weiter als präzise Beobachterin sozialer Realitäten. Mit Kacey Mottet Klein und Léa Seydoux in den Hauptrollen entsteht ein intensives Porträt einer ungewöhnlichen Geschwisterbeziehung. Ein Film, der leise erzählt und dennoch nachhaltig wirkt.
Festivals & Awards
- Regie
- Ursula Meier
- Laufzeit (Min.)
- Jahr
- Land
- Frankreich, Schweiz
- Altersfreigabe
- 16+
- Ton
- Französisch
- Untertitel
- Englisch, Deutsch














