
Das neue Tattoo einer Jugendlichen weckt die Angst vor einer Infektion und konfrontiert Mutter und Tochter mit Krankheit, Stigma & familiärem Schmerz.
Synopsis
Die 13-jährige Alpha lebt allein mit ihrer Mutter, als eine impulsive Entscheidung plötzlich verändert, wie ihre Umgebung sie wahrnimmt. Nach einer Party kommt sie mit einem frisch gestochenen Tattoo nach Hause – und mit ihm zieht die Angst vor einer möglichen Infektion in ihr Leben ein. Julia Ducournaus ALPHA spielt zwischen den 1980er- und 1990er-Jahren und entwirft eine fiktive Epidemie, deren Atmosphäre aus Panik, Stigmatisierung und Unsicherheit bewusst an die AIDS-Krise erinnert.
Zu Hause versucht Alphas Mutter, eine Ärztin, ihre Tochter zu schützen, während sie zugleich mit einer weiteren schmerzhaften Situation konfrontiert ist: Ihr Bruder Amin ist mit dem Virus infiziert und kämpft mit seiner Drogensucht. Tahar Rahim verkörpert Amin, dessen Krankheit für Alpha zu einer unmittelbaren Erfahrung von körperlichem Verfall und Sterblichkeit wird. Zugleich zeigt die Beziehung zwischen den drei Figuren eine Familie, in der Angst und Verletzungen ebenso präsent sind wie Fürsorge und Zuneigung.
Ducournau übersetzt die Epidemie in eine surreale Veränderung des Körpers. Infizierte erstarren allmählich zu marmorartigen Gestalten und machen die Krankheit auf zugleich verstörende und eigentümlich schöne Weise sichtbar. Wie schon in RAW und TITANE verbindet die Regisseurin körperliche Transformation mit emotionaler Erfahrung, richtet den Blick diesmal jedoch stärker auf das Erwachsenwerden, familiäre Bindungen und die gesellschaftlichen Folgen kollektiver Angst.
ALPHA feierte seine Premiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes 2025. Kameramann Ruben Impens und Tonmischer Stéphane Thiébaut wurden dort für die visuelle und klangliche Gestaltung des Films mit dem CST Award for Best Artist-Technician ausgezeichnet. Mit Mélissa Boros als Alpha sowie Golshifteh Farahani und Tahar Rahim verbindet Ducournau Body-Horror und Familiendrama zu einer Geschichte über das Erwachsenwerden im Schatten von Krankheit und Angst.
Festivals & Awards
- Regie
- Julia Ducournau
- Laufzeit (Min.)
- Jahr
- Land
- Belgien, Frankreich
- Altersfreigabe
- 16+
- Ton
- Französisch, Deutsch
- Untertitel
- Deutsch



















